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Volkshilfe Sozialbarometer: ÖsterreicherInnen fordern mehr Investitionen im Bildungsbereich


Starke Minderheit glaubt nicht an Chancengleichheit in Österreich
 

Wien, 25.06.2014

Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger präsentierte heute neue Ergebnisse des Volkshilfe Sozialbarometers zum Thema Bildungsgerechtigkeit. Die repräsentative Meinungsumfrage, die in Zusammenarbeit mit SORA durchgeführt wird, erhob die Meinungen der ÖsterreicherInnen zu unterschiedlichen Maßnahmen im Bereich Schule.

Die höchste Zustimmung erhielt die Forderung nach einer besseren Ausstattung von Schulen in benachteiligten Gebieten. „84% der ÖsterericherInnen sprechen sich für mehr LehrerInnen, mehr Ressourcen und mehr Angebote aus“, fasst Fenninger zusammen und zieht internationale Vergleiche: „Die Niederlande, Kanada, aber auch Städte wie Zürich und Hamburg haben mit einer ‚kompensatorischen Mittelzuteilung‘ gute Erfahrung gemacht. Österreich hat hier Aufholbedarf.“

Weiters wurde gefragt, ob in Österreich alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder dem Einkommen Ihrer Eltern die gleiche Chance auf einen guten Schulabschluss hätten. Zwar beantworteten diese Frage 25% mit ja und 29% mit eher ja, allerdings glaubt auch eine starke Minderheit von 40% nicht an die gleichen Chancen. „Gute Noten in der Schule hängen zu einem hohen Prozentsatz vom Bildungsniveau und Einkommen der Eltern ab“, kritisiert Fenninger.

Präventive Schulsozialarbeit

Fast drei Viertel der Befragten sprechen sich des weiteren für die Einführung flächendeckender Schulsozialarbeit aus. Schulsozialarbeiter Michael Bischof-Horak leitet das Pilotprojekt EXIT der Volkshilfe Burgenland an der Handelsschule Oberpullendorf und begleitet rund 70 SchülerInnen. Er bietet Einzelberatungen oder Gruppenberatungen, hilft aber auch außerhalb der Schule: bei Bedarf begleitet er zu Ämtern und Behörden und besucht Jugendliche und deren Eltern zuhause. „Schulsozialarbeit wirkt stark präventiv“, so Bischof-Horak. „Die SchülerInnen haben die Möglichkeit vor Ort und in der Unterrichtszeit eine neutrale und schulfremde Person zu haben. Konflikte wie Mobbing, Versagensängste oder gar Schulabbruch sollen so verhindert werden.“

 

Nachhilfe und Lernbetreuung

Im Zuge der Umfrage sprachen sich außerdem 80 Prozent der Befragten für mehr Nachhilfe und Lernbetreuung in den Schulen aus, um private Nachhilfe überflüssig zu machen. „Damit wird bestätigt, was ExpertInnen aus dem Bildungsbereich immer wieder bemängeln: Ohne teuren Nachhilfelehrer sind gute Noten für viele Schüler unerreichbar“, mahnt Fenninger

Mehrheit für flächendeckende Einführung von Ganztagesschulen

Weiteres sprachen sich 55 Prozent der Befragten für die flächendeckende Einführung von Ganztagesschulen mit verschränkten Unterrichts- und Freizeiteinheiten aus. Die Frage nach einer gemeinsamen Schule der 10-14 Jährigen polarisiert zwar, findet aber mehr BefürworterInnen als GegnerInnen.

„In Österreich gilt immer noch: Wer arme Eltern hat, hat schlechtere Chancen in der Schule. Unser Bildungssystem muss auf individuelle Unterschiede eingehen und mit ihnen umgehen können. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann profitieren nicht nur benachteiligte Kinder, sondern auch jene, die bessere Startbedingungen haben“, ist Fenninger überzeugt.

Die Forderungen der Volkshilfe auf einen Blick:
 

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