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ÖsterreicherInnen wünschen sich eine demenzfreundliche Gesellschaft


Volkshilfe fordert Enttabuisierung der Krankheit, mehr Verständnis für Erkrankte und Unterstützung Angehöriger und Pflegender

Wien, 20.09.2013

Anlässlich des morgigen Welt-Alzheimertags präsentieren Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger und Pflegeexpertin Teresa Millner-Kurzbauer aktuelle Ergebnisse des „Volkshilfe Sozialbarometer“. Die repräsentative Umfrage, die in Zusammenarbeit mit SORA erstellt wurde, erhebt die Akzeptanz von Unterstützungsmaßnahmen für Demenzerkrankte und deren Angehörige.

Fünf Forderungen an die Politik wurden abgefragt – darunter u.a. die Schaffung von Rechtsansprüchen für mobile Betreuung und einen Platz in einem Tageszentrum sowie die Förderung neuer Wohnformen für demenzerkrankte Menschen.

Der „Volkshilfe Sozialbarometer“ zeigt hohe Zustimmung in der Bevölkerung zu mehr staatlicher Unterstützung für Demenzerkrankte und deren Angehörige. „Mehr als 80% der Befragten sind für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen“, fasst Bundesgeschäftsführer Fenninger die Ergebnisse zusammen. In Österreich gibt es aktuell rund 130.000 demenzerkrankte Menschen, Tendenz steigend.

Fenninger fordert, dass demenzerkrankte Personen in der Pflege und Betreuung stärker berücksichtigt und bestehende Betreuungsangebote ausgebaut werden. „Für die Volkshilfe ist Pflege und Betreuung eine solidarisch zu lösende Aufgabe“, betont Fenninger. „Wir brauchen Investition in innovative Pflege- und Betreuungsformen für Demenzerkrankte. Gezielte Aufklärungsarbeit muss die Krankheit endlich enttabuisieren.“

„Einen demenzerkrankten Menschen zu pflegen, bedeutet für diesen ständig da zu sein. Bedürfnisse pflegender Familienmitglieder oder Angehöriger werden oft übersehen“, kritisiert Millner-Kurzbauer. „Pflegende Angehörige sind Mehrfachbelastungen ausgesetzt. Pflege und Beruf müssen besser vereinbart werden können.“

Um Demenzerkrankte und Angehörige zu unterstützen, hat die Volkshilfe die „Demenzhilfe Österreich“ ins Leben gerufen. „Ein Online-Demenzratgeber klärt über Krankheitsverlauf sowie Symptome auf und bietet Angehörigen Hilfestellungen für den Pflegealltag. Ein eigens eingerichteter Hilfsfonds unterstützt benachteiligte Familien finanziell“, berichtet Millner-Kurzbauer. Rechtzeitig zum Welt-Alzheimertag gibt es auch eine neue kostenlose Broschüre zum Thema „Zu Hause pflegen“.

 

Fünf Forderungen an die Politik wurden abgefragt. Die Fragen im Wortlaut:

In Österreich gibt es rund 130.000 an Demenz erkrankte Menschen, Tendenz steigend. Sind Sie sehr, ziemlich, wenig oder gar nicht dafür, dass die Politik folgende Maßnahmen für Demenzerkrankte (z.B. Alzheimer) und ihre Angehörigen umsetzt?


Ergebnisse im Detail

Die höchste Zustimmung hat die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf stundenweise Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch mobile Dienste. 65% der Befragten sind sehr und 24% ziemlich dafür, dass diese Maßnahme von der Politik umgesetzt wird. Für die Umsetzung eines Rechtsanspruchs auf einen Platz in einer Tagesbetreuungseinrichtung für Demenzerkrankte sprechen sich insgesamt 87% aus.

Für den „Volkshilfe Sozialbarometer“ führt SORA 6-mal jährlich eine repräsentative Befragung zu aktuellen sozialpolitischen Themen durch. Die vollständige Umfrageergebnisse sind unter www.volkshilfe.at/sozialbarometer abrufbar.

Mehr Informationen zur „Demenzhilfe Österreich“ unter www.demenz-hilfe.at

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