Das Gefühl bleibt

Das Gefühl bleibt

„Wir lassen auch verrückte Wahrnehmungen gelten.“ Wie Karin Fleischhacker (li), Isabella Ertlschweiger und Ingrid Bedenik (re) vom multidisziplinären Demenzteam Burgenland die Lebensqualität ihrer KlientInnen steigern.

Die Demenz-PatientInnen erleben jeden Tag nur ihre Defizite. Immer wieder. Sie werden dauernd mit ihrer Vergesslichkeit konfrontiert. Die Enkeltochter fragt die Oma um einen Kaffee. Und am Weg in die Küche hat die Oma schon wieder vergessen und kommt ohne zurück.

Wir machen einfache Übungen, damit die dementen Menschen in diesen Stunden überwiegend positive Erlebnisse haben. Es kann passieren, dass eine Übung zu schwer ist, dann machen wir im Anschluss daran eine, bei der sie wieder Freude haben. Es geht darum, dass sie nach der Stunde so glücklich sind und vom Gefühl her so positiv gestimmt, dass es ein bisschen anhält.

Warum das so wichtig ist? Wir sagen: Das Gefühl bleibt. Vielleicht hat die betreute Person unseren Namen in der Sekunde vergessen, in der wir zur Türe hinaus sind. Vielleicht hat sie sogar vergessen, dass wir überhaupt da waren. Aber wenn alles gut gelaufen ist, dann ist sie nach der Stunde ruhiger und fühlt sich wohler. Es geht darum, für den Betroffenen eine Lebensqualität zu schaffen. Und er hat keine gute Lebensqualität, wenn an ihm ständig rumkritisiert wird und immer der Fokus auf die Defizite gelegt wird. Es stärkt ihn und stellt das Selbstwertgefühl wieder her. Das ist auch für den Verlauf der Krankheit besser.

Wir arbeiten viel mit einer Methode namens Validation. Validation bedeutet, die Perspektive der dementen Person einnehmen und ihr dadurch Anerkennung geben. Ein alter Herr sitzt da und kriegt den Reißverschluss nicht zu und reißt daran herum. In der Validation geht man her und sagt, "Na das ist ein blöder Reißverschluss". Man lässt die Wahrnehmung der dementen Person gelten. Selbst wenn sie anderen Menschen verrückt erscheint. Ein Angehöriger, der es nicht besser weiß, würde vielleicht sagen, "Wie oft habe ich dir das schon gezeigt, warum kannst du das nicht?". Dadurch würde sich die demente Person möglicherweise immer mehr zurückziehen.

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